Lehramtsinitiative – Programm

14.30 Uhr Ankommen, Schulbuchausstellung im Foyer

15:00 – 16:00 Plenarvortrag

Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler sprachsensibel unterrichten und fördern
(C 5.1, Musiksaal)
Prof. Dr. Gabriele Kniffka, PH Freiburg

Die Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler in das deutsche Schulsystem stellt alle an diesem Prozess Beteiligten vor große Herausforderungen unterschiedlicher Art. Eine der größten Herausforderungen bildet die sprachliche Vorbereitung auf den Unterricht: Eine erfolgreiche Partizipation am Unterricht erfordert sprachlicher Kompetenzen in bildungs- bzw. fachsprachlichen Varietäten des Deutschen. Diese müssen von Anfang an vermittelt und im Regelunterricht weiter ausgebaut werden: Zur Vorbereitung auf die Regelklasse bedarf es daher eines fachsensiblen Sprachunterrichts, nach dem Wechsel in die Regelklasse eines sprachsensiblen Fachunterrichts. Im Vortrag werden Möglichkeiten der Sprachbildung in Vorbereitungsklassen und im Regelunterricht aufgezeigt.

16:00 – 16:30 Kaffeepause

16:30 – 19:00 Workshops

WS 1 – Herkunftssprachen und Sprachbiographie
(C5.3, Raum 1.20)
Dr. Erkan Gürsoy, Universität Essen-Duisburg, ProDaZ

Im Workshop werden Erhebungsverfahren vorgestellt, die die Herkunftssprachen und Sprachbiographien von mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen erfassen sollen. Im Modellprojekt ProDaZ (www.uni-due.de/prodaz) und weiteren Projekten wurden diese Erhebungsverfahren empirisch erprobt und in Theorie-Praxis-Projekten mit Schulen eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen, welche Grundlagen zur differenzierten Erfassung von Mehrsprachigkeit beachtet werden müssen und worin auch Grenzen liegen. Inwiefern solche Verfahren für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler möglich sind, wird ebenfalls thematisiert.

WS 2 – Systematische DaZ-Förderung in der Grundschule
(C5.3, Raum 2.06)
Prof. Dr. Giulio Pagonis, Universität Heidelberg, Hana Klages

Eine Annahme der Sprachlern- und -lehrforschung lautet, dass Sprachvermittlung bei Kindern (z.B. die Vermittlung von Wortschatz, grammatischen Strukturen oder Textkompetenz) umso besser gelingt, je stärker dabei Prozesse und Strategien des natürlichen kindlichen Spracherwerbs berücksichtigt werden.

In dem Workshop werden deshalb zunächst Charakteristika einer systematischen Sprachvermittlung erarbeitet. Für ausgewählte Bereiche des Deutschen als Zweitsprache wird dabei aufgezeigt, wie sprachliche Systeme natürlicherweise von Kindern erworben werden. Anschließend werden in einem praxisorientierten Teil ausgehend von konkreten Materialien didaktische Vorgehensweisen diskutiert, mit denen Erwerbsprozesse bei Kindern im Primarbereich gezielt unterstützt werden können.

WS 3 – Alphabetisierung von neu zugewanderten SchülerInnen
(C5.3, Raum 2.09)
Katja Hirschmann, HTW Saarbrücken

Ziel des Workshops ist es, verschiedener Methoden im Alphabetisierungsunterricht zu erarbeiten. Die TeilnehmerInnen lernen mithilfe abwechslungsreicher Materialien und gängiger Lehrwerke die praxisnahe Anwendung der Alphabetisierungsmethoden in der Arbeit mit neu zugewanderten Schülern und Schülerinnen kennen.

WS 4 – Wortschatzförderung
(C5.2, Raum 1.12)
Prof. Dr. Anja Müller, Universität Mainz

Zwei Themen bilden die Schwerpunkte des Workshops: Zu Beginn soll ausgehend von sprachwissenschaftlichen und spracherwerbstheoretischen Erkenntnissen geklärt werden, was Wortschatz ist und wie Wortschatz aufgebaut wird. Darauf basierend werden im zweiten Teil des Workshops Bereiche/Ebenen und Methoden der Wortschatzförderung abgeleitet und Ideen für den Unterricht entwickelt und diskutiert.

WS 5 – Sprachförderung im naturwissenschaftlichen Unterricht der Sek 1
(C5.2, Raum 1.10)
Dr. Elisabeth Venohr, Saarbrücken / Katowice

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben einen spezifischen Sprachförderbedarf, der stark von der jeweiligen Erwerbsbiografie abhängig ist (Alter der Einreise, Herkunftssprache, familiäre Rahmenbedingungen usw.). Seiteneinsteiger bilden hier eine besondere Zielgruppe, da bereits eine schulische Sozialisation „mitgebracht“ wird (hier: schriftsprachliche Kompetenz in der Muttersprache).

Da Fachinhalte immer auch sprachlich vermittelt werden, geht es zunächst um die Spezifik der schulischen Fachsprache bzw. Bildungssprache, insbesondere um Aufgabenstellungen und deren Versprachlichung, die den Zugang zu inhaltlichem Wissen erschweren können. In einem zweiten Schritt sollen die Prinzipien des sprachsensiblen Unterrichts und die „verdeckten Sprachschwierigkeiten“ an Beispieltexten (Schulbuchtexte, Lernertexte usw.) illustriert und in praktischen Übungen auf die Lernziele in den MINT-Fächern in der Sekundarstufe 1 umgesetzt werden.

Ziele des Workshops: typische Lernerfehler und Indikatoren für Spracherwerbsstufe in Deutsch als Zweitsprache identifizieren können, Operatoren in den MINT-Fächern auf ihren fremd-/fachsprachlichen Schwierigkeitsgrad hin beurteilen, Verständlichkeit von Aufgabenstellungen optimieren, Verzahnung von Regel- und Sprachunterricht erkennen und gestalten

WS 6 – Sprachbildender Fachunterricht: Operatoren im Fokus
Hinweis: Der Workshop kann leider NICHT stattfinden
Barbara Kiefer, LPM Saarbrücken

Warum ist Sprache für das fachliche Lernen wichtig? Fachlernen und Sprachlernen sind untrennbar miteinander verbunden, daher muss der Gebrauch der Bildungssprache von allen Schüler/innen erlernt und trainiert werden. Im Workshop werden Grundlagen und Methoden des sprachsensiblen Fachunterrichts aufgezeigt und am Beispiel der Operatoren konkretisiert.

WS 7 — (Fach-)Textvereinfachung als Hilfsmittel für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler
(C5.2, Raum 1.08)
Roland Nenno, M.A., Sandra Steinmetz, M.A., Saarbrücken

Wir sehen uns Merkmale von Fachtexten an und analysieren 1 oder 2 Textbeispiele aus Lehrwerken im Hinblick auf diese Merkmale. In einem Folgeschritt vereinfachen wir die Texte exemplarisch (nach versch. Niveaustufen). Der Workshop richtet sich hauptsächlich an LehrerInnen der Sek 1 und Sek 2.

WS 8 – Sprachförderkonzepte an Regelschulen
(C5.3, Raum 3.24)
Irena Richter, GS Nordviertel, Essen, Daniel Berghoff, GS Ludwigspark, Saarbrücken

Ein Sprachförderkonzept kann nur Schritt für Schritt entwickelt und aufgebaut werden. Ziel des Workshops ist es anhand eines erfolgreichen Schulbeispiels zu zeigen, wie allgemeine Sprachbildung und gezielte Sprachförderung in den Schulalltag integriert werden können. Dabei werden erprobte Maßnahmen und konkrete didaktische Konzepte vorgestellt. Zusätzlich werden auch zahlreiche Tipps und Anregungen gegeben, die bei der Entwicklung eins Sprachförderkonzepts zu berücksichtigen sind.