ALP Conference

ALP-Tagung 2017
An den Grenzen der Pragmatik

Zeit: 7. März 2017, 9:00 – 18:00
Raum: Gebäude B 3.2, Raum 0.03
Anmeldung per Email an kontakt@alp-verein.de

Tagungsorganisation
Bettina Bock (Leipzig)
Philipp Dreesen (Bremen)
Konstanze Marx (Berlin)
Simon Meier (Berlin)
Robert Mroczynski (Düsseldorf)

Externe Homepage
Call for Abstracts
Call for Abstracts (pdf)

Kurzbeschreibung

Als linguistische Teildisziplin ist die Pragmatik längst vollständig etabliert und kann sich nicht mehr als revolutionärer Gegenentwurf zu einer sich einseitig entwickelnden Systemlinguistik verstehen. Neuere Forschungsrichtungen, die gerade die Interdependenzen von Sprachsystem und Sprachgebrauch betonen, fügen sich nicht einer allzu strikten Zweiteilung des linguistischen Gegenstandsbereichs. Ein Aspekt dieser Entwicklung ist, dass die klassischen gegenstandsbezogenen Bestimmungen der Pragmatik als synchron angewandte Theorie der Deixis, Sprechakte, Implikaturen usw. in den Hintergrund rücken zugunsten eines Verständnisses von Pragmatik als einer funktionalen Perspektive auf Sprache und Sprachgebrauch, die quer zu den üblichen Teildisziplinen der Linguistik steht. Strikte Eingrenzungen des Gegenstandsbereichs der Pragmatik verlieren so an Plausibilität. Dieser Befund einer gewissen Entgrenzung der linguistischen Pragmatik (die auch mit Identitätsfragen einhergeht) soll Anlass sein, gerade nach den Grenzen der Pragmatik zu fragen. Lassen sich überhaupt Grenzen ziehen, wo wären sie zu ziehen und wie ließe sich das begründen?

Teilnahmegebühren

Studierende: 5,– €
ALP-Mitglieder: 10,– €
Nichtmitglieder: 20,– €

Programm

Zeit Veranstaltung
8:45 – 9:00 Begrüßung und Einführung
9:00 – 9:45 Helmuth Feilke (Gießen)
„Im nächsten Moment …“ – Bühlers ‚Radieschen‘ und die pragmatische Scheidung möglicher Welten in der Sprache
9:45 – 10:15 Rita Finkbeiner (Mainz)
Grammatik vs. Pragmatik: Eine Programmatik
10:15 – 10:45 Tilo Weber (Halle)
Von der linguistischen Pragmatik zu einer pragmatisch orientierten Linguistik
10:45 – 11:15 Kaffeepause
11:15 – 11:45 Daniel Schmidt-Brücken (Bremen)
Selbstwidersprüche zwischen Pragmatik, Semantik und Grammatik
11:45 – 12:15 Wolf-Andreas Liebert und Pamela Steen (Koblenz)
Grenzen der Pragmatik am Beispiel der Mensch-Tier-Kommunikation und des religiösen Sprechens
12:15 – 13:45 Mittagspause
13:45 – 14:15 Konstanze Marx (Mannheim)
Ist die Internetlinguistik eine pragmatische Disziplin? Eine Problematisierung
14:15 – 14:45 Andreas Rothenhöfer (Bremen)
Von der Protopragmatik der Emotion. Erklärungsansätze zwischen diskurslinguistischem Zentralmodell und Wastebasket im Wastebasket
14:45 – 15:15 Frank Liedtke und Lena Rosenbaum (Leipzig)
Interjektionen als Randphänomen
15:15 – 15:45 Kaffeepause
15:45 – 16:15 Marie-Luis Merten (Paderborn)
Pragmatisch geprägt: Konstruktionen-in-Praktiken-Analyse
16:15 – 16:45 François Nemo (Orléans)
Prosodic marking of contributional orientation in utterances: Reconsidering the linguistic/pragmatic interface
16:45 – 17:00 Kurze Pause
17:00 – 17:30 Beatrix Weber (Dresden)
Zur Verwendung des Begriffs „Pragmatik“
17:30 – 18:00 Katharina Böhnert (Aachen) und Ilka Lemke (Bochum)
Pragmatik in der Schule – Plädoyer zur Nutzung des didaktischen Potenzials pragmatischer Untersuchungsgegenstände
18:00 – 18:15 Abschlussdiskussion
18:30 Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Linguistische Pragmatik e. V.

Posterpräsentationen

Khrystyna Dyakiv (Lwiw, Ukraine)
Deviationen in Videointerviews. Pragmalinguistische Aspekte

Matthias Knopp (Köln)
Bedeutungspotenzial und aktuelle Referenz: Das mentale Lexikon beim medial schriftlichen Sprachgebrauch